Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen

Wir treffen uns in der Werkstatt von Ina und Uwe Hollmann. Eine lebendiges Umfeld empfängt mich, aber ich fühle mich gleich wohl, was wohl auch an der offenen Gesprächigkeit von Ina und Uwe liegt.

Ina bearbeitet Holzrahmen, nebenbei sprechen wir über unsere gemeinsame Schulzeit. Spannend, wenn man sich nach etwa 35 Jahren wieder trifft. Uwe schneidet mit unglaublicher Präzision Passepartouts für historische Fotos. Was so leicht aussieht erfordert viel Erfahrung und Gefühl für die Vergangenheit der Fotos. Bild und Rahmung müssen eine harmonische Einheit bilden.

Seit über 160 Jahren gibt es den Betrieb. Eine beruhigende Zahl in Anbetracht der Schnelllebigkeit der Gegenwart.

Lesen Sie bitte das Interview mit Ina und Uwe Hollmann über Bilder, Bücher und den Bestand von Werten.

Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen
Ina und Uwe Hollmann – Bild und Rahmen

Ina und Uwe Hollmann – Das Interview

Ina und Uwe, euren Betrieb gibt es seit über 160 Jahren. Wie seht ihr dieses historische Erbe?
Es macht uns sehr viel Spaß, einen so traditionsreichen Betrieb zu führen. In dieser schnelllebigen Zeit mit den elektronischen Medien ist unsere Werkstatt im denkmalgeschützten Gebäude wie ein ruhender Pol. Ein schönes Ölgemälde, ein geschmackvoll gerahmtes Bild oder ein handwerklich gebundenes Buch, das sind wertbeständige Dinge, an denen man lange Freude hat. Wir geben da auch schon mal 100 Jahre Garantie.

Was hat sich in den letzten Jahren geändert? Das Thema Buchbinderei klingt spannend, scheint sich aber aus dem Handwerk in die industrielle Produktion zu verabschieden.
Das sehen wir nicht so. Gerade in der industriellen Produktion findet in den letzten Jahren ein deutlicher Einbruch statt. Die E-Books sind auf dem Vormarsch, viele Firmen geben keinen gedruckten Katalog mehr heraus, Bedienungsanleitungen kann man sich im Internet herunterladen und der Brockhaus in gedruckter Form wird nicht mehr angeboten. Das alles begleitet von einem ruinösen Preiskampf.

Im Handwerk ist der Einfluss des Internets natürliche auch zu spüren, zum Beispiel bei Fachzeitschriften, die fast alle online einzusehen sind. Wichtige Dinge wie Kirchenbücher, Notariatsurkunden und dergleichen werden weiterhin in gebundener Form aufbewahrt. Durch den Digitaldruck ist es jetzt möglich, Bücher in kleineren Auflagen kostengünstiger zu drucken als das bisher im Offsetdruck möglich war. So Schreiben viele Kunden ihre Lebensgeschichte, die Chronik einer Firma oder eines Vereins auf und lassen diese in kleineren Auflagen herstellen. Bis zu Auflagen von ca. 300 Exemplaren können wir im Handwerk preislich mit der Industrie mithalten, qualitativ sind wir natürlich besser.

Wie verteilen sich eure Schwerpunkte zwischen Gemälden, Kunstdrucken, Einrahmungen und der Buchbinderei?
Das ist schwer zu sagen. Vom Arbeitsaufwand her stehen die Buchbinderei und die Bildeinrahmung natürlich im Vordergrund. Aber auch der Verkauf von Gemälden und Kunstdrucken gehört zu unserem täglichen Geschäft. Alles macht uns sehr viel Spaß. Schwerpunkte ergeben sich auch durch die Aufträge. So gibt es in der Buchbinderei größere Aufträge, bei denen mehrere hundert Bücher oder mehrere tausend Broschüren oder Kalender zu fertigen sind. Aber auch bei der Bildeinrahmung gibt es Serien in größeren Stückzahlen zu rahmen oder ganze Firmengebäude mit individuellen, gerahmten Kunstdrucken auszustatten.

Ich sehe euch gemeinsam in der Werkstatt. Wer macht denn bei euch was?
Ina ist eher für den kreativen Part zuständig: Beratung der Kunden, Gestalten von Einrahmungen, Herstellen von Modellrahmen. Ich übernehme eher die kaufmännischen Aufgaben: Angebote, Fakturierung, Einkauf. Darüber hinaus bin ich für das Zuschneiden der Rahmen und für den Verkauf zuständig. In der Buchbinderei arbeiten unsere langjährigen Mitarbeiterinnen weitgehend selbständig und sehr zuverlässig.

Wie sehr geht euer berufliches Interesse in das Privatleben? Hängen eure Wände zuhause voll mit Bildern oder müssen wir uns weiße Wände vorstellen, weil ihr den ganzen Tag Bilder seht?
Natürlich hängen bei uns die Wände voll. Das sind ganz unterschiedliche Bilder von unterschiedlichen Künstlern, teils gegenständlich, teils abstrakt. Darunter auch viele Bilder von unseren Lieblingskünstlern, unseren Kindern.

Ist es schwer, Kunst zu verkaufen?
Eher nicht. Das Bild muss dem Käufer gefallen und er muss dazu stehen. Wenn das so ist, ist der Verkauf leicht. Man kann und sollte niemanden zum Kauf überreden. Der Kunde sollte auch nicht darüber nachdenken, was denn die Nachbarn oder der Tennisclub zu dem Bild sagen. Man sollte sich kein vollkommen abstraktes Bild an die Wand hängen, nur um „jünger“ oder „moderner“ zu wirken, wenn einem das Bild nichts zu sagen hat. Ein Bild soll dem Betrachter Freude und Kraft schenken. Geschmack ist etwas ganz persönliches.

Wie seht ihr euren Standort Detmold und wie seht ihr die „Konkurrenz“ im Online-Handel mit Bildern und Einrahmungen?
Detmold ist eine sehr schöne Stadt. Die Museen, das Theater, die Hochschule für Musik, aber auch das ganze historische Stadtbild geben der Stadt ein ganz besonderes, auch künstlerisches Flair. Mit unserem über 160 Jahre alten Meisterbetrieb für Buchbinderei und Bildeinrahmung (die Bildeinrahmung gehört seit jeher zum Berufsbild des Buchbinders) sehen wir uns als Teil dieser wunderschönen Stadt und seit Jahrzehnten als einziger Fachbetrieb dieser Art in Detmold. In den vergangenen Jahren haben viele Bilder- und Einrahmungsgeschäfte in Detmold eröffnet und auch wieder geschlossen. Ein individuell gerahmtes Bild ist ein Unikat. Das Internet kann die fachliche Beratung und die qualifizierte Ausführung unseres Erachtens kaum leisten. Dort werden Einrahmungen zwar teilweise billig angeboten, diese sehen dann aber auch so aus. Für Kunden, die nicht so viel Geld für eine Rahmung ausgeben möchten, bieten auch wir preisgünstige Lösungen an.

Ich erlebe euch als leidenschaftliche Menschen in eurem Beruf. Wie hat sich eure berufliche Entwicklung abgespielt?
Nach dem Abitur haben wir beide eine handwerkliche Ausbildung gemacht, Ina als Zahntechnikerin, ich als Buchbinder. Nach dem Studium habe ich dann einige Jahre als Diplom-Kaufmann in einem Großkonzern gearbeitet. Als meine Eltern 1994 in den Ruhestand gingen, hat es uns wieder nach Detmold gezogen. Die kreative Arbeit im Betrieb, die Selbständigkeit, aber auch die schöne Stadt und die herrliche Umgebung gaben den Ausschlag. Wir haben es nicht bereut.

Mit welchen Themen beschäftigt ihr euch in eurer Freizeit?
Im Sommer gehen wir gerne Segeln. Die Zeit auf dem Wasser verlangt von uns eine ganz andere Aufmerksamkeit, wir sind dann in der Natur und lassen den Alltag vollständig hinter uns. Im Winter fahren wir, wenn möglich, in die Dolomiten zum Skilaufen. Ina beschäftigt sich in ihrer Freizeit mit Holzbildhauerei. Am liebsten gestaltet sie Skulpturen aus Obsthölzern. Außerdem flechtet sie gerne Rankgerüste, Staudenhalter oder Figuren aus Weidenholz.

Wo seht ihr euch in fünf Jahre?
Wir hoffen, dass wir gesund bleiben und weiterhin so viel Spaß an der kreativen Arbeit haben. Dabei ist uns die Zufriedenheit unserer Kunden der größte Ansporn.