Klaus Friemel – Goldschmiede Friemel, Detmold

Eine Institution in Detmold. Im Quartier Krumme Straße / Unter der Wehme hat Klaus Friemel seine Goldschmiede. Kein Mainstream, nichts für Schnäppchenjäger, sondern Schmuck mit eigenem Character, wie Klaus Friemel selbst.

Seine Schaufensterdekorationen sind „legendär“, lenken aber nie vom Thema ab, sondern führen hin. Hier wird Schmuck ganz anders interpretiert: Eigenwillige Proportionen, Materialkombinationen, die sich beim zweiten Hinsehen als wunderschön und stimmig zeigen. Man sieht, dass hier auch andere Einflüsse eine Rolle spielen. Andere Länder und Kontinente und mit Sicherheit Musik; man spürt die „Komposition“.

Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel
Goldschmiede Friemel

Klaus Friemel – Das Interview

Deine Goldschmiede gehört seit über 25 Jahren zum festen Stadtbild in Detmold. Wie siehst du dich selbst in der Stadt?
Mit meiner Goldschmiede und den ständig wechselnden Schaufenstergestaltungen sehe ich mich als ein gestaltendes Element in der Detmolder Fussgängerzone. Ausserdem beteilige ich mich aktiv an der Gestaltung des Standortes Detmold durch meine Arbeit in der ISG ( Immobilien und Standortgemeinschaft ). Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unser Viertel Krumme Strasse / Unter der Wehme mit kulturellen Events wie Tischlein-Deck-Dich und der Krummen-Kultur-Nacht zu bereichern. Ich möchte dazu beitragen, dass die Menschen sich in unserem Quartier wohlfühlen.

Kannst du uns deine Ausbildung und deinen beruflichen Werdegang beschreiben?I
Ich absolvierte 1976 bis 1979 die Goldschmiedeschule in Pforzheim. Danach habe ich in verschiedenen Goldschmiedewerkstätten gearbeitet und 1983 die Meisterprüfung abgelegt.

Dein Schmuck entspricht nicht dem Mainstream, den man überall bekommt. Wie bist du zu deinem eigenen Stil gekommen?
Während meiner Ausbildung und der Zeit danach haben mich große Goldschmiede wie Hermann Jünger, Reinhold Reihling und die Lehrer der Goldschmiedeschule in Padua / Norditalien geprägt. Gleichzeitig inspirieren mich bildende Kunst, Architektur und Musik.

Woher kommen Ideen? Gibt es kulturelle Einflüsse wie Kunst, Musik oder Literatur?
Ich informiere mich viel durch Ausstellungsbesuche auf Reisen und durch Veröffentlichungen in Medien über zeitgenössische Kunst. Es gibt unter anderem in den USA, Großbritanien, Italien und den Niederlanden eine moderne Schmuckszene, die ich mit Interesse verfolge. Ausserdem tausche ich mich seit meiner Ausbildung mit befreundeten Goldschmieden über Gestaltung und neue Techniken aus.

Deine Goldschmiede hat eine sehr klare Innenarchitektur. Wie spielen hier deine Arbeit und die äußere Form, in der du arbeitest zusammen?
Ich habe das große Glück, dass meine Frau als Architektin die Art und Weise, wie ich Schmuck gestalte in die Innenarchitektur meiner Goldschmiede übertragen hat. Die klare Form des Raumes, die Farbwahl und die Materialien bilden für mich die ideale Umgebung, in der ich gerne arbeite.

Woher stammen die außergewöhnlichen Materialien, die du verarbeitest? Du sollst aber keine Geheimnisse verraten.
Es gibt da keine Geheimnisse, denn so außergewöhnlich sind die Materialien für einen Goldschmied nicht. Mein Beruf ermöglicht mir, mich mit schönen Edelsteinen und Edelmetallen zu umgeben. Daraus Schmuckstücke zu entwickeln, mit einer reduzierten Formensprachen, die wenig Spielraum zum Weglassen lässt, ist mein Anliegen.

Deine Schaufenstergestaltung ist immer wieder sehr außergewöhnlich. Hier zeigst du auch eigene Fotos. Wie wichtig ist das für dich?
Mein Schaufenster ist für mich die einzige Möglichkeit für meinen Schmuck zu werben, die mir und meiner Arbeit gerecht wird. Deshalb könnte ich dies auch nie aus den Händen geben. Da bin ich sehr eigenwillig. Es ist immer wieder eine Herausforderung und eine Art Bühnenbild, in dem die Schmuckstücke die Darsteller sind.

Wie sehen deine nächsten fünf Jahre aus?
Das lasse ich auf mich zukommen. Mein Interesse liegt im Hier und Jetzt.