TM DER SALON - Torsten Maschmeier

Januar 2013, wir sind in Minden, direkt an der Weser, an der Schlagde. Eine Schlagde ist eine historische Schiffsanlegestelle. An diesem geschichtsträchtigen Ort liegt unser Ziel: Der Salon TM von Torsten Maschmeier.

Torsten, wie immer ein Lächeln im Gesicht, bedient gerade mit seinem Team (Alicia und Philipp) zwei Kundinnen. In einer lockeren Atmosphäre entstehen hier nicht nur Haarschnitte, sondern ein umfangreiches Pflegeprogramm.

Erfahrungen hat Torsten bei den Großen der Branche gesammelt: Marlies Möller und Udo Walz. Die besten Ideen entwickelt er aber, wenn er über den berühmten Tellerrand schaut. Besonders Musik ist wichtig, aber natürlich auch Mode. Die aktuelle Entwicklung von Schönheitsidealen sieht Torsten aber durchaus kritisch. Aber dazu mehr im Interview...

TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier
TM Der Salon - Torsten Maschmeier

Torsten Maschmeier – Das Interview

Erzähl uns etwas über deinen Werdegang. Wie verlief deine Ausbildung?
1991 ging es los, im Salon „Frisuren Grothe“ in meinem Heimatort Hüllhorst. Ich hatte einen sehr engagierten Lehrmeister, der mir früh Haarschneide- und Farbseminare ermöglicht hat. Im Rahmen des Lehrlingsschaufrisierens konnte ich erste „Bühnenluft“ schnuppern und mich an meinen experimentierfreudigen Modellen austoben.

Du bist in deinem Berufsleben „herumgekommen“. Hat das auch heute Einfluss auf deine Arbeit?
Ja,auf jeden Fall... Meine Ausflüge in die beiden bekanntesten deutschen Salons, Marlies Möller (Hamburg) und Udo Walz (Berlin), haben mir eine Menge Erfahrung beschert. Bei Marlies Möller durchläuft jeder neue Mitarbeiter eine 6-wöchige, hausinterne Schulung, bevor er in den Salonalltag übergeht. Davon nimmt man natürlich eine Menge mit. Allerdings hat das arbeiten in diesen großen Salons in mir den Wunsch aufkommen lassen, einen möglichst kleinen, „intimen“ Salon zu führen, in dem eine ruhige, entspannte Atmosphäre herrscht.

War dir klar, dass du irgendwann deinen eigenen Salon haben würdest?
Diese frage kann ich ganz kurz beantworten: Es war mir von Anfang an klar, dass ein eigener Salon das Ziel sein sollte. Ich wusste sogar damals schon, dass er TM heißen soll.

Du bist viel mit Menschen zusammen. Wie wichtig ist die Kommunikation?
Kommunikation ist in unserm Job extrem wichtig. Es geht ja darum, die Wünsche des Kunden zu verstehen, seine Situation zu kennen, ihn so wahrzunehmen wie er wahrgenommen werden möchte. Und anders herum muß ich ja auch vermitteln, was möglich ist, was günstig oder ungünstig ist.

Sind das die typischen „Friseurgespräche" oder gibt es auch richtige Gespräche oder sogar Freundschaften, die mit deinen Kunden entstanden sind?
Die typischen Friseurgespräche sind meiner Meinung nach ein Relikt aus der Zeit, als die Dame noch wöchentlich zum waschen/legen ging. Da nahm der Friseur noch Anteil an vielem, was privat passierte. Heutzutage bekommt man schon manchmal etwas Privates mitgeteilt (oder teilt es selbst mit), aber im Großen und Ganzen drehen sich die Gespräche um die angenehmen Dinge des lebens, z. B. Urlaub, Kultur, Ausgehen. Das mag oberflächlich klingen, aber das Ziel soll ja sein, eine gute, kleine Auszeit vom Alltag zu haben, nicht nur reines Haare schneiden.

Woher nimmst du neue Ideen? Gibt es auch Austausch mit Kollegen?
Ich fahre gern ab und zu in große Städte, meine Lieblingsziele sind da Amsterdam, London und Berlin. Dort fliegen mich die Ideen an; und das nicht nur über interessante Köpfe, sondern auch über Architektur, Mode, Lifestyle. Generell finde ich, dass diese Themen alle einen Zusammenhang haben. Der Austausch mit Kollegen hält sich leider sehr in Grenzen, da hütet jeder seine vermeintlichen Geheimnisse, ...eigentlich schade!

Welche Rolle spielt Mode für dich? Siehst du ein Gesamtkonzept, sozusagen von Kopf bis Fuß?
Das Interesse an Mode war bei mir der Antrieb, Friseur zu werden. Was bleibt schon von einem tollen Kleid mit einer furchtbaren Frisur? Auf jeden fall muß das Gesamtkonzept stimmen!

Wir leben in einer Zeit, in der das Äußere eine große Rolle spielt. (Beckham, Lady Gaga, Madonna, usw.) Welche Meinung hast du zu dieser gesellschaftlichen Entwicklung?
Ich finde, dass diese Entwicklung zwei Seiten hat. Die genannten Stars laufen ja eher unter der Kategorie Gesamtkunstwerk. Es gibt auch unter den „Normalbürgern“ Menschen, die diesen hohen Anspruch an ihr Äußeres stellen und alle Register ziehen, um entsprechend perfekt gestylt zu sein. Das birgt allerdings die Gefahr, den eigenen Idealen nicht zu entsprechen und dadurch gefrustet zu sein.
Die Kosmetikbranche verspricht ewige Jugend oder Volumen im Haar ohne jeglichen Aufwand, aber der Blick in den Spiegel sagt etwas anderes. Das ist die eine Seite, die andere ist der lange währende Trend hin zu Natürlichkeit und einem entspannteren Verhältnis zu sich selbst. Ich als Friseur muß mich da ja nicht auf eine Seite schlagen sondern kann meine Neigungen in die eine oder andere Richtung „ausleben“. Mir gefällt Madonnas Look genau so gut wie eine gut geschnittene, luftgetrocknete Frisur.

Hat Kultur einen Einfluss auf deine Arbeit? Musik, Kunst, Literatur, Film?
Ja,auf jeden Fall! Ich bin in vielerlei Hinsicht kulturell interessiert, gehe gerne auf Konzerte, ins Ballett, lese gern und regelmäßig. Am wichtigsten ist mir hierbei die Musik, ohne Musik geht fast nichts. Das kann mal in die klassische Richtung gehen, es darf aber auch härter und elektronisch sein. Bei der Arbeit bevorzuge ich Musik, die angenehm im Hintergrund bleibt und nicht nervig wird.

Ist dein Beruf dein Traumberuf?
Ja, ich denke das kann ich ruhigen Gewissens sagen. Mein Beruf hat extrem viele Facetten, wird nie langweilig. Ich hätte mir sicher auch andere Berufe, die mit Mode und Schönheit zu tun haben vorstellen können, aber ich habe meine Entscheidung noch nicht einen Tag bereut!

Wie schaltest du ab und bekommst deinen Kopf frei?
Ich habe 3 Windhunde die dafür sorgen, dass ich täglich mindestens 1,5 Stunden in der Natur bin. Die drei sind so lieb und angenehm, dass allein ihre Anwesenheit eine beruhigende Wirkung hat, nicht nur auf mich. Ansonsten praktiziere ich seit einigen Jahren mit wachsender Begeisterung Yoga. Yoga hat mir geholfen, mich selbst besser wahrzunehmen, die kleinen Wehwehchen „wegzuturnen“ und mich eine Weile komplett gedanklich auszuklinken.

Wo möchtest du in fünf Jahren stehen?
Von zu viel Planerei fühle ich mich immer etwas gegängelt, deswegen ist es schwierig für mich, fünf Jahre im Voraus zu denken. Die Erfahrung hat gezeigt, dass im Endeffekt doch alles anders – und meist noch besser – kommt, als ich es mir gewünscht habe. Auf jeden Fall wäre es toll, wenn mein Salon in fünf Jahren noch genauso gut laufen würde wie heute, wenn die Ideen weiterhin sprudeln, Körper und Geist weiterhin täglich dort sein möchten und viele neue und tolle Erfahrungen auf mich warten würden!

Kontakt

tm-dersalon.de